Das Gesetz 73/2017 vom 16. August stärkt den Rechtsrahmen, der Belästigungen am Arbeitsplatz im privaten und öffentlichen Sektor regelt, und zur Änderung des portugiesischen Arbeitsgesetzbuches, der Arbeitsprozessordnung und des Allgemeinen Arbeitsrechts in öffentlichen Funktionen. Unternehmen mit sieben oder mehr Beschäftigten sind verpflichtet, Verhaltenskodizes zu verabschieden, die darauf abzielen, Belästigungen am Arbeitsplatz zu verhindern und zu bekämpfen. Die Nichteinhaltung stellt einen sehr schweren Verwaltungsverstoß dar, der je nach Jahresumsatz des Unternehmens und dem Verantwortungsgrad des Arbeitgebers Strafen in variablen Beträgen nach sich auslöst. Die Tarifverhandlungen für alle rechtlich bestehenden Vereinbarungen (im privaten Sektor) Im Jahr 2019 gab es weiterhin politische Bedenken zur Förderung des gleichen Entgelts zwischen Männern und Frauen. Im ersten Quartal gab das Parlament zwei Empfehlungen an die Regierung in Bezug auf gleiches Entgelt. Die erste Empfehlung befhinte die Festlegung einer proportionalen Begrenzung des Lohngefälles in jeder Arbeitsorganisation. Die zweite Empfehlung befhinte Maßnahmen zur Förderung des gleichen Entgelts zwischen Männern und Frauen. Das Arbeitsgesetzbuch (Artikel 492-2 f) sieht vor, dass Tarifverträge Konflikte in Bezug auf Arbeitsverträge regeln, “nämlich durch Schlichtung, Mediation und Schlichtung”. Es scheint, dass die wichtigsten seit 2009 überarbeiteten Tarifverträge (Textil, Bekleidung, Schuhe, Metall, Bau, Handel) diese rechtliche Möglichkeit nicht nutzen, die Lösung einzelner Konflikte zu regeln. Bis 2009 konnten Betriebsvereinbarungen nur von Gewerkschaften unterzeichnet werden. Seit 2009 können Unternehmensverhandlungen auch von gewerkschaftsfremden Gremien in Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten durchgeführt werden; und seit 2012 in Unternehmen über 150 Beschäftigte – aber immer noch unter der Delegation der Gewerkschaften (Artikel 491 Nr.

3 des Arbeitsgesetzbuches, mit den Änderungen, die durch das Gesetz Nr. 23/2012 eingeführt wurden). Seit der Schaffung dieser Möglichkeit wurden jedoch keine Abkommen dieser besonderen Art unterzeichnet, wie im Grünbuch über Arbeitsbeziehungen 2016 (Dray, 2017) dokumentiert. Darüber hinaus gibt es keine nennenswerte Artikulation zwischen den Verhandlungsebenen, da Betriebsvereinbarungen nicht dem Rahmen von Branchentarifverträgen untergeordnet sind. So ist es beispielsweise möglich, dass die Gewerkschaft, die eine bestimmte Betriebsvereinbarung unterzeichnet, nicht dieselbe Gewerkschaft ist, die das geltende Branchenabkommen unterzeichnet hat. Der Wettbewerb zwischen Gewerkschaften (der CGTP, UGT oder unabhängig angeschlossen) und das Auslaufen von Branchentarifverträgen tragen zu dieser Möglichkeit bei.